AG Niedersächsische Kliniken for Future

Ein Steckbrief von Health for Future Göttingen und Hannover

Posted by Health for Future Göttingen und Hannover on Tuesday, August 23, 2022

Inhalt

AG Niedersächsische Kliniken for Future - Ein Steckbrief von Health for Future Göttingen und Hannover

Unsere Arbeitsgruppe wurde von Health for Future Göttingen und Hannover im Frühjahr 2021 initiiert, mit dem Ziel, Einfluss auf die Planung der Klinikumsneubauten in Göttingen (UMG) und Hannover (MHH) zu nehmen, hin zu einer nachhaltigen Bau- und Betriebsweise. Die AG wurde seit der ersten Stunde von den Scientists for Future Göttingen unterstützt und beraten. Neben einzelnen Mitgliedern, die keiner Initiative angehören, wirken noch Mitglieder von Extinction Rebellion und den Architects for Future mit. Das Göttinger Klimabündnis ist stets eingebunden. Der Kontakt zu den Göttinger Ortsgruppe von Fridays for Future wird lose gehalten.

Die UnterstützerInnen der Gruppe kommen aus verschiedenen Fachbereichen, von Mitarbeiterinnen der UMG über Fachärztinnen hin zu Physikerìnnen, Ingenieurinnen und Architekt*innen.

Die Arbeitsgruppe tagt ungefähr monatlich online, um die nächsten Schritte zu planen und Arbeitspakete zu identifizieren und zu verteilen.

  • April 2021: Schreiben H4F an die Vorstände der UMG Professores Brück und Trümper, Herrn Finke sowie die Pflegedienstleitung Frau Dokken
  • Antrag von H4F im Klimaschutzbeirat zum Neubau der UMG
  • August 2021: Brief von H4F Göttingen und Hannover an die zuständigen Minister und Ausschüsse im Landtag Hannover
  • August 2021: Brief von H4F an die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen Frau Dr. Wencker
  • September 2021: Behandlung und breite Diskussion des Themas nach dem H4 F Schreiben im Haushaltsausschuss des Landtages Hannover
  • September 2021: Versand eines Whitepaper und offener Brief an den Vorstand der Universitätsmedizin, das Planungsteam der Neubauten und die nds. Minister für Wissenschaft und Kultur, Umwelt, und Finanzen sowie den Ministerpräsidenten:
  • September 2021: Gespräch mit Vertretern des Planungsteams und dem Vorstand der Göttinger Universitätsmedizin.
  • November 2021: Brief von Health for Future Göttingen an den zuständigen Minister Thümler.
  • November 2021: Brief von Health for Future Göttingen an die Ratsfraktionen des Göttinger Stadtrates
  • Februar 2022: Unterrichtung zum Sachstand der Neubauten und zur Machbarkeitsstudie durch Minister Thümler und erneute Diskussion im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur im Landtag Hannover
  • März 2022: Erarbeitung einer Stellungnahme zum aktuellen Planungsstand und der Machbarkeitsstudie zum Göttinger Neubau.
  • April 2022: Start der Petition “Für einen klimaschonenden Bau und Betrieb der neuen Universitätskliniken in Göttingen und Hannover”   und Versand der o.g. Stellungnahme an die Minister Thümler, Lies, Hilbers, den Ministerpräsidenten Weil, die Bundestagsabgeordneten Günzler, Kuhle, Trittin, die Oberbürgermeister*In Broistedt und Onay sowie das Planungsteam und den Vorstand der Göttinger Universitätsmedizin
  • Mai 2022: Demonstration in Hannover mit Übergabe der Stellungnahme an das Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
  • Juni 2022: Direktes Gespräch mit dem niedersächsischen Minister Thümler für Wissenschaft und Kultur und dem Leiter der Dachgesellschaft Landre ́.
  • Juli 2022: Verlängerung der Petition bis zum Wahltag des niedersächsischen Landtages.

Der Klimawandel zerstört unsere Lebensgrundlage. Seine Folgen können mittlerweile immer häufiger beobachtet werden und laut Prognosen werden sie noch deutlich zunehmen mit schwer einzuschätzenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Lebensgrundlagen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auch unseren Wohlstand. Die präventiven Gegenmaßnahmen, nämlich die Verminderung von Treibhausgasemissionen müssen und können auch nur an breiter gesellschaftlicher Front ergriffen werden, nicht zuletzt in den Kommunen und Städten.

Der Neubau der Universitätskliniken in Göttingen und Hannover ist dabei eine einmalige Gelegenheit, substantielle Mengen von Treibhausgasemissionen auf dem Stadtgebiet zu vermeiden. Eine vorab erstellte Machbarkeitsstudie schätzte ab, dass beim Bau und Betrieb der Göttinger Klinik fast 325 Tsd. Tonnen CO2 emittiert würden, wobei man knapp 90 % durch geeignete Maßnahmen einsparen könnte. Geeignete Maßnahmen sind der großflächige Einsatz von Photovoltaik, eine hocheffiziente Dämmung, Wärme- und Kälteerzeugung durch elektrisch betriebene Wärmepumpen, eine Holzhybridbauweise und ein minimierter Einsatz von CO2-optimiertem Zement.

Neben dem Primärziel, CO2-Emissionen zu verhindern hat eine nachhaltige Betriebsweise aber auch den positiven Effekt, die Betriebskosten gegenüber einer herkömmlichen Energieversorgung zu senken und damit den Kostendruck bei der medizinischen Versorgung der Patienten zu verringern. Deshalb ist ein wesentliches unserer Anliegen, diese Kosten realistisch für den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zu berechnen. Tut man dies, zeigt sich vermutlich, dass es für die Solidargemeinschaft nicht nur nachhaltig, sondern auf lange Sicht auch günstiger ist, klimafreundlich zu bauen.über die Jahre der langen Lebensdauer des Gebäudes und sollten daher kein Argument sein, nicht klimafreundlich zu bauen. Hierzu eventuell fehlende Gesetzesgrundlagen oder Finanzierungsmöglichkeiten müssen unserer Meinung nach geschaffen werden.

Und nicht zuletzt schaffen nachhaltige Baumaterialien ein besseres Innenraumklima, dies führt in Studien einerseits zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen, aber auch zu einer Verbesserung der Prognose von Patientinnen, die in auf nachhaltige Weise erbauten Kliniken behandelt werden..