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Zu den Fragen von GöttingenZero und weiteren Informationen…
Als Oberbürgermeisterkandidat stehe ich für einen pragmatischen, zielgerichteten und ehrlichen Klimaschutz. Mir ist es wichtig, Ambition mit Machbarkeit zu verbinden, anstatt Symbolpolitik zu betreiben.
Dies vorangestellt nun meine Antworten auf Ihre Fragen:
1. Zukunftsfähige Verwaltungsstruktur für das Referat 07
Das Referat für nachhaltige Stadtentwicklung (Ref 07) bleibt ein zentraler Baustein unserer Kommunalpolitik. Es ist meiner Kenntnis nach nicht führungslos, sondern steht seit Juli 2026 unter kommissarischer Leitung – eine bewusste Entscheidung der Oberbürgermeisterin, um der neuen Führung im Rathaus die Neubesetzung zu ermöglichen.
Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe der gesamten Verwaltung. Ich werde sicherstellen, dass das Ref 07 bei den Entscheidungen dezernatsübergreifend eng eingebunden wird. Dafür bleibt das Referat auch im Bereich des Oberbürgermeisters; eine Übertragung auf eines der vier Dezernate wird es mit mir nicht geben.
Bei der Besetzung der Referatsleitung wird schließlich nur eine Persönlichkeit ausgewählt, die entsprechende Erfahrungen mitbringt und in der Lage ist, sich innerhalb und außerhalb des Rathauses dieser wichtigen Herausforderung erfolgreich zu stellen. Dabei kommt es nicht auf den politischen Hintergrund der auszuwählenden Person an, sondern allein auf Qualifikation, Fähigkeiten und den ernsthaften Willen, sich dieser Aufgabe zu stellen.
2. Verlässliche Umsetzung von Ratsbeschlüssen
Beschlüsse des Rates sind bindend. Die Absage an ein „Weiter so“ bedeutet aber auch Ehrlichkeit: Göttingens Ausstoß sinkt, aber nicht im ursprünglich angepeilten Tempo für 2030. Das lag nicht am „Ignorieren“ von Beschlüssen – schließlich wurden 2023 und 2024 gezielt Leitprojekte wie das Parkraummanagement, der Stadtwasserhitzeplan und der KlimaFonds vorgelegt –, sondern an der immensen Fülle der Daueraufgaben. Als OB stehe ich für eine verlässliche und machbare Priorisierung zusammen mit dem Rat, unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft.
3. Nutzung internationaler Netzwerke und EU-Impulse
Netzwerke machen nur Sinn, wenn sie konkreten Mehrwert stiften und personell leistbar sind. Göttingens Absage bei Initiativen wie den 100 Climate-Neutral Cities war keiner Inaktivität der Verwaltung geschuldet. Für mich ist aber klar, dass wir bei zukünftigen Bewerbungen um Förderungen noch stärker wettbewerbsfähig sein müssen.
Wir sind bereits extrem gut vernetzt – vom Landkreis über die KEAN und die AGFK bis hin zum EU-Projekt Cool Cities. Ich werde jedes Förder- und Netzwerkangebot der EU genau darauf prüfen, ob Aufwand und personeller Ertrag für Göttingen im richtigen Verhältnis stehen.
4. Effiziente Ausschussstrukturen
Klimaschutz und Mobilität betreffen fast alle Lebensbereiche. In Göttingen wird jede Ratsvorlage bereits einem verbindlichen Klima-Check unterzogen. Eine Zersplitterung in noch mehr Spezialausschlüsse schafft nur neue Reibungsverluste. Wir brauchen effiziente Beratung in den bestehenden Strukturen, anstatt Themen in langwierigen Abgrenzungsdebatten zwischen neuen Ausschüssen zu blockieren.
Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass der Klimabeirat in Zukunft in weiteren Ausschüssen einen beratenden Sitz erhält. Auch werde ich die Kommunalpolitik versuchen davon zu überzeugen, in den Ausschusssitzungen häufiger auf die Eingaben von sachkundigen Bürgerinnen und Bürger zurückzugreifen.
5. Haltung zur Umsetzung von Plänen
Die Behauptung, die Verwaltung erstelle nur Pläne ohne Umsetzungswillen, weise ich -soweit ich das als Kommunalpolitiker beurteilen kann - zurück. In den Ämtern arbeiten meiner Erfahrung nach engagierte Expertinnen und Experten. Meine Haltung als OB ist klar: Wir beschließen nur das, was wir auch personell und finanziell auf die Straße bringen können. Weniger Ankündigung, mehr verlässliche Umsetzung.
6. Konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen
Da die Verwaltung selbst meines Wissens nur für rund 20 % der Emissionen direkt verantwortlich ist (Wirtschaft 40 %, Bürger 40 %), müssen wir Anreize setzen und Partner unterstützen. Meine Schwerpunkte: Wärmewende: Schnellstmögliche Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung und Ausbau (sowie Dekarbonisierung) der Fernwärme über die Stadtwerke. Energiewende: Vorantreiben von Photovoltaik auf städtischen Dächern. Dabei werde ich die bereits bestehenden Bürgerenergiegesellschaften mehr einbinden und die Zusammenarbeit mit der Stadt auf eine für alle Seiten verlässliche und planbare vertragliche Grundlage bringen. Windkraftanlagen müssen unter enger Einbindung und Berücksichtigung der Anwohnerinnen und Anwohner entsprechend ausgebaut werden. Mobilität: Gezielter Ausbau des ÖPNV und Beschleunigung der Radverkehrsinfrastruktur an Knotenpunkten.
7. Aktive und ehrliche Klimakommunikation
Transparenz ist mir entscheidend wichtig. Bei der Windenergie wurden mit dem Teilflächennutzungsplan Wind und dem Klimaplan Erneuerbare Energien sowie der Energie Region Göttingen tragfähige Fundamente geschaffen. Ich werde als OB offen und ohne Scheinversprechen kommunizieren, wo Potenzial vorhanden ist und welche Konflikte gelöst werden müssen. Wichtig ist mir vor allem auch von Anfang an eine klare Positionierung gegenüber aber auch eine tragbare Kooperation mit dem Landkreis.
8. Vorgehen bei Bündnisvereinbarungen
Politische Koalitionen und Haushaltsbündnisse tragen Verantwortung für das Ganze. Die Vorhaben eines Bündnisses müssen transparent bilanziert werden. Einen formalen externen Check braucht es dafür nicht zwingend, aber eine klare, messbare Verpflichtung auf klimapolitische Machbarkeit im Rahmen des städtischen Haushalts.
9. Wunsch für einen Bürgerentscheid
Ehsan Kangarani
Ich kann mir gut vorstellen, die Göttingerinnen und Göttinger direkt einzubinden, wenn es um die konkrete Entsiegelung von Flächen und wirksame Maßnahmen zum Hitzeschutz in unserer Innenstadt geht. Bei der Anpassung an den Klimawandel brauchen wir die Akzeptanz der Menschen vor Ort, die über verschiedene Maßnahmen bzw. Umbaukonzepte selbst entscheiden sollten.